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Grauer Star raubt Kindheit und Zukunft

Durch die Erblindung blieb der zehnjährigen Whitney lange verwehrt, mit anderen Kindern zu spielen. (Bild: © CBM)

Der Graue Star ist heilbar, trotzdem ist er die weltweit häufigste Blindheitsursache. Denn in Armutsgebieten, wo der Graue Star überdurchschnittlich verbreitet ist, können sich betroffene Familien die Kosten für die Operation in der Regel nicht leisten. Auch Kinder sind davon betroffen, wie ein Beispiel aus Uganda zeigt.

Die Sehkraft von Whitney nahm immer mehr ab, bis sie im Alter von sieben Jahren erblindete – am heilbaren Grauen Star. Whitney, die mit ihrer alleinstehenden Mutter und zwei Geschwistern in einem kleinen Dorf in Uganda lebt, besuchte zwar weiterhin die Schule, konnte dem Unterricht aber kaum mehr folgen.

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Ihrer Mutter Sarah vermochte sie zu Hause nicht mehr zu helfen. Vielmehr musste Sarah den Gemüseverkauf auf dem lokalen Markt einschränken, um mehr für Whitney da zu sein, was das ohnehin schon geringe Einkommen schmälerte. Oft sass Whitney dennoch traurig für sich allein, teils stundenlang.

Operation zu teuer

Der Graue Star ist die weltweit häufigste Ursache für Blindheit. Wie Whitney hat, von den rund 36 Millionen blinden Menschen, mehr als jede dritte Person sein Augenlicht aufgrund des Grauen Stars verloren.

Diese Personen leben in Armutsgebieten. Dort tritt der Graue Star, der primär eine Alterskrankheit ist, im Vergleich zu Ländern wie der Schweiz oft bereits zehn Jahre früher ein.

Vor allem, weil die Menschen in Armutsgebieten vermehrt UV-Strahlen ausgesetzt sind. Zudem erblinden in jenen Gebieten auch bereits viele Kinder daran, infolge von Infektionen während der Schwangerschaft, Vererbung oder Mangelernährung.

Und bei Kindern drängt die Zeit: Ohne rechtzeitige Operation am Grauen Star verliert das Gehirn nach und nach die Fähigkeit, das Sehen zu lernen und das Kind bleibt unwiderruflich sehbehindert oder blind.

Die Operation am Grauen Star ist ein kurzer Routineeingriff von etwa 15 Minuten. Doch die Kosten hierfür übersteigen in den allermeisten Fällen die finanziellen Möglichkeiten der häufig in Armut lebenden Familien.

So war es auch bei Whitneys Mutter. Sarah machte sich grosse Sorgen um die Zukunft ihrer Tochter: “Was, wenn sie mich einst nicht mehr hat? In einem Dorf wie hier in Uganda ist ein blindes Mädchen sehr verletzlich.”

Wenige Tage nach der Operation zeigt sich: Whitney kann wieder gut sehen! (Bild: ©CBM)

Neue Lebensperspektiven

Doch dann, drei Jahre nachdem Whitney erblindet ist, erfährt Sarah von einer Augenklinik, die Operationen für arme Familien finanziert. Sofort kontaktiert sie die Klinik. Einen Monat später werden Whitney zwei neue, klare Augenlinsen implantiert. Der Eingriff verläuft ohne Probleme. Bereits am Tag nach der Operation sieht sie die Dinge um sich herum.

Ein halbes Jahr danach ist nicht nur Whitneys Sehkraft wieder zurück, auch die Lebensqualität von ihr und ihrer Familie hat sich stark verbessert.

Whitney lernt nun in der Schule lesen und schreiben, kann ihrer Mutter sowie ihren jüngeren Geschwistern helfen und wieder ihre Kindheit leben. Und die Operation am Grauen Star hat ihr auch Zukunft geschenkt: Durch den jetzigen Schulbesuch hat sie erheblich grössere Chancen auf ein selbstbestimmtes Leben.

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