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Sehen wir immer schlechter – oder im Gegenteil immer besser?

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In letzter Zeit war oft zu lesen, dass die Kurzsichtigkeit massiv zunehme. Alarmierende Schlagzeilen aus Asien, wo z. B. unter Schülern und Studenten in Singapur über 80 Prozent Kurzsichtige zu verzeichnen sind, sorgten auch hier für besorgte Fragen.

Effektive wissenschaftliche Daten zu den Zuständen hierzulande sind nicht vorhanden – zumindest gibt es aus Deutschland eine Studie, die einer solchen Entwicklung eher widerspricht.

Tatsache hingegen ist, dass sich unsere Augen mit uns entwickeln wie andere Organe auch. Gerade für Kinder empfehlen Experten vor allem regelmässige spielerische und sportliche Aktivitäten im Freien. Dies hat eine nachhaltig präventive und förderliche Wirkung auch auf das Sehvermögen.

Doch sieht man nicht auch bei uns immer mehr Leute mit Brillen? Tatsächlich trägt unter den 14- bis 74-Jährigen nur jeder Vierte keine Brille oder Kontaktlinsen. Vor dreissig Jahren war es noch jeder Zweite. Geht man weiter in der Zeit weiter zurück, nimmt der Anteil der Brillenträger/innen stetig ab. Daraus zu folgern, dass man früher eben besser sah, ist jedoch ein Trugschluss. Verändert haben sich mit der Zeit vielmehr unsere Ansprüche an das Sehen.

Einst waren Brillen den Gelehrten und Reichen vorbehalten, mit der Industralisierung fanden sie schliesslich Verbreitung in allen Volksschichten. Dies nicht zuletzt, weil die neue Arbeit in Fabriken und an Maschinen einen scharfen Blick auf alle Distanzen erforderte. Früher haben sich kurzsichtige Handwerker und übersichtige Bauersleute mit ihrem naturgegebenen Sehvermögen abgefunden. Heute braucht jede und jeder beste Sicht in jeder Lebenslage – aufs Smartphone in der Hand wie auch auf den Verkehr auf der Strasse.

Die demografische Entwicklung ist ein weiterer Grund, weshalb Sehhilfen stark verbreitet sind. Da die Augenlinsen mit den Jahren „müde“ werden, fällt es ab dem fünften Lebensjahrzehnt zunehmend schwerer, in die Nähe scharf zu sehen. In einer immer älteren, nach wie vor aktiven Gesellschaft tragen daher entsprechend auch mehr Menschen eine Brille oder Kontaktlinsen.

Aber auch bei Schulkindern wird heute weit mehr kontrolliert und korrigiert als noch vor zehn, zwanzig Jahren. Das Bewusstsein ist gestiegen, dass gutes Sehen wichtig ist für Lebensqualität, Bildungsvermögen und Leistungsfähigkeit. Ein Anteil von 75 Prozent Brillen- und Kontaktlinsenträgern an der Gesellschaft kann demnach auch so verstanden werden, dass diese gut versorgt ist und das Optimum aus ihren visuellen Möglichkeiten machen will.

Dafür leistet die Schweizer Augenoptik ihren Beitrag. Modische Lösungen sind für fast jedes Budget verfügbar, und hohe Standards in Qualität und Ausbildung stellen sicher, dass beim Brille- und Kontaktlinsentragen nichts in Auge geht. Ab 2020 gehören Optometristinnen und Optometristen – vormals diplomierte Augenoptiker/innen – offiziell zu den Gesundheitsberufen. Ein Sehtest bedeutet heute weit mehr als das blosse Feststellen der bestehenden Sehschärfe. Zu einer umfassenden optometrischen Untersuchung gehört je nach gegebenem Anlass auch die genaue Prüfung des Augenzustandes von der Hornhaut bis hin zum Sehnerv. Diese Prävention ist wichtig. Einerseits, um Probanden bei Verdacht auf eine krankhafte Entwicklung einer medizinischen Abklärung zuzuführen. Andererseits um zu verhindern, dass dank einer neuen Brille oder angepassten Kontaktlinsen ein gesundheitliches Problem fatal verschleppt wird.

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