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“Wir sind auf einem guten Weg – aber noch lange nicht am Ziel”

krebs, krebs schweiz
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UnSplash / Simon Matzinger

Jährlich erkranken in der Schweiz über 40 000 Frauen und Männer an Krebs, 16 700 Menschen sterben an dieser Krankheit. Erfreulicherweise ist die Sterblichkeit bei den meisten Krebsarten rückläufig, dies vor allem wegen der Fortschritte in der Forschung.

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PD Dr. med. Gilbert B. Zulian

Präsident Krebsliga Schweiz,
Ehemaliger Chefarzt Abteilung für Palliativmedizin am Genfer Universitätsspital (HUG)

Im Jahr 2030…

…wird es in der Schweiz laut Hochrechnungen etwa eine halbe Million sogenannte «Cancer Survivors» geben. Zudem leben aktuell rund 64000 Personen im erwerbsfähigen Alter in der Schweiz mit einer Krebsdiagnose.

Zwei Drittel aller Betroffenen kehren nach den Therapien wieder an ihren Arbeitsplatz zurück.

Mit einer achtsamen und bewussten Begleitung der Mitarbeitenden können Unternehmen einen entscheidenden Einfluss auf das Arbeitsklima und den Wiedereingliederungsprozess nehmen.

Die Krebsliga unterstützt Arbeitgeber während dieser herausfordernden Zeit als Anlaufstelle für alle Fragen rund um das Thema Krebs und Arbeit.

Auch Gesundheitswissen ist eine zentrale Ressource, um mit einer Krankheit umzugehen. Klar ist zum Beispiel, dass regelmässige Bewegung nicht nur vor Krebs schützen kann, sondern auch Krebsbetroffenen hilft, die Nebenwirkungen der Therapien besser zu vertragen und das Risiko für einen Rückfall zu senken.

Solches Wissen zu vermitteln…

…ist eine der vielen Aufgaben der Krebsliga. Doch wie viel Wissen braucht es und zu welchem Zeitpunkt? Und gibt es nicht bereits einen Überfluss an Informationen? Als Kompetenzzentrum für alle Fragen rund um Krebs nimmt die Krebsliga eine wichtige Rolle bei der Vermittlung von verständlichen und leicht zugänglichen Informationen ein.

Beim Beratungs- und Informationsdienst der Krebsliga zum Beispiel, beim sogenannten «Krebstelefon», erhalten Betroffene, Angehörige und Nahestehende im vertraulichen Gespräch oder schriftlich per Mail oder im Chat Auskünfte und persönliche Begleitung.

Zudem stehen 19 kantonale und regionale Krebsligen den Betroffenen direkt vor Ort mit Rat und Tat zur Seite.

Unsere Vision ist und bleibt eine Welt, in der weniger Menschen an Krebs erkranken, weniger Menschen an den Folgen von Krebs leiden und sterben, mehr Menschen von Krebs geheilt werden und Betroffene und ihre Angehörigen in allen Phasen der Krankheit und im Sterben Zuwendung und Hilfe erfahren. Wir sind auf einem guten Weg – aber noch lange nicht am Ziel.

Zugangs- und Chancengerechtigkeit…

…zu optimaler Behandlung und Versorgung für alle Krebsbetroffenen ist uns dabei ein zentrales Anliegen. Der Entscheid, ob eine Patientin oder ein Patient Zugang zur bestmöglichen Behandlung hat, darf niemals willkürlich sein und von der Erschwinglichkeit der Krebsmedikamente abhängen.

Die immer höheren Preise für Arzneimittel im Krebsbereich sind eine Bedrohung für das solidarische Schweizer Gesundheitssystem – eines der besten Gesundheitssysteme der Welt.

Es widerspricht der Philosophie unserer Gesellschaft, wenn sich nur noch vermögende Personen Medikamente leisten können, die mehrere hunderttausend Franken kosten. Meistern lassen sich diese Herausforderungen nur, wenn alle relevanten Akteure, von Fachorganisationen über Behörden bis hin zur Zivilgesellschaft, ihre Kräfte vereinen.

Denn eines ist sicher: es braucht bezahlbare Krebsmedikamente! Dafür setzen wir uns ein – heute und in Zukunft.

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