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Hautkrebs

Beste Heilungsresultate bei Hautkrebs dank Mohs-Chirurgie

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UnSplash.com / Huyen Nguyen

Der weisse Hautkrebs kann zu gefährlichen Geschwüren und Entstellungen führen. Die Mohs-Chirurgie bietet eine effiziente Methode, den weissen Hautkrebs erfolgreich zu beseitigen und dabei aber die kleinstmöglichen Defekte zu verursachen. 

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PD Dr. med. Severin Läuchli

Facharzt für Dermatologie und Venerologie, Universitätsspital Zürich Präsident Europäische Gesellschaft für Mikrographische Chirurgie (ESMS) 

In der Fachsprache als «Basalzellkarzinom» oder „Basaliom“ bekannt, tritt der so genannte weisse Hautkrebs vor allem in der zweiten Lebenshälfte auf. Zwar streut diese Form des Hautkrebses keine Metastasen im Gegensatz zum «schwarzen Hautkrebs», jedoch können im Laufe der Jahre entstellende Geschwüre an exponierten Körperstellen auftreten.

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Bei einem Verdacht auf einen weissen Hautkrebs ist deshalb die Abklärung und Behandlung durch eine Fachperson wichtig, auch wenn frühe Formen manchmal noch kaum sichtbar sind. Bei der Behandlung von Hautkrebs ist es am wichtigsten, den Tumor vollständig zu entfernen – ohne spätere Rezidive – also ohne, dass sich der Tumor wieder entwickeln kann.

Dabei ist auch die Erhaltung der Funktion der betroffenen Körperteile sowie ein ansprechendes ästhetisches Ergebnis wichtig, erklärt Dr. med. Severin Läuchli vom Dermatologischen Zentrum Zürich.

Vorteile der Mohs-Chirurgie

Für die meisten Hautkrebsarten gilt als Standardbehandlung die chirurgische Entfernung des Tumors mit einem gewissen Sicherheitsabstand von fünf bis zehn Millimeter zum Tumor. Doch in vielen Fällen ist diese Behandlungsmethode, wie zum Beispiel für das Basalzellkarzinom, der häufigsten Art des Hautkrebses, nicht die befriedigendste Lösung.

Heilungsraten von 80 – 95 Prozent sind verbesserungswürdig. Zudem bringt der benötigte grosse Abstand von fünf bis zehn Millimeter zum gesunden Gewebe meist unschöne Narben mit sich. Der Tumor entwickelt sich am häufigsten im Gesicht an sonnenexponierten Stellen wie Nase, Lippen, Stirn oder Ohren, daher spielt der ästhetische Aspekt des chirurgischen Ergebnisses eine grosse Rolle.

Dank der Mohs-Chirurgie besteht die Möglichkeit, den Tumor präzise zu entfernen und dies mit dem kleinstmöglichen Defekt der Haut, erklärt Dr. Läuchli der die Mohs-Chirurgie in der Schweiz weiterentwickelt hat.

Der Sicherheitsabstand zwischen Tumor und Gewebe ist mit etwa einem Millimeter wesentlich verkleinert, womit unnötige Defekte an der Haut vermieden werden. Indem das Gewebe nach einer speziellen Methode mikroskopisch untersucht wird, während der Patient wartet, kann sichergestellt werden, dass alle Teile des Tumors entfernt sind.

Ambulante Behandlung

Die Mohs-Chirurgie ist nach ihrem Begründer Frederic Mohs benannt, der das Verfahren erstmals 1936 beschrieben hat. Seither wurde es laufend weiterentwickelt und gilt heute in den USA als Standardbehandlung für weissen Hautkrebs.

Die Mohs-Chirurgie wurde in der Schweiz erst vor rund 15 Jahren eingeführt und wird nur an wenigen dermatologischen Zentren praktiziert. Denn für die Mohs-Chirurgie ist ein Labor notwendig, wo die Gewebeproben während des ambulanten Eingriffs untersucht werden können.

Mit Mohs-Chirurgie entfernte Tumore werden nur in eins bis zwei Prozent der Fälle rückfällig, was eine bedeutende Verbesserung der Rate von herkömmlichen Methoden darstellt. Neben der Verbesserung der Rückfallrate wird auch der Hautdefekt des Eingriffs verkleinert.

Eine kürzlich eröffnete belgische Studie zeigte, dass die Defektgrössen nach Mohs-Chirurgie um etwa 20 Prozent kleiner sind als nach einem konventionellen Eingriff, wodurch entsprechend kleinere Eingriffe zur Rekonstruktion des Defekts (meistens eine Lappenplatik oder Hauttransplantation) nötig sind.

Deshalb ist der in der Regel ambulant durchgeführte Eingriff auch kosteneffizient und ergibt meistens bessere ästhetische Resultate.

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