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Brustkrebs

Schwanger trotz Brustkrebs

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iStock.com/KatarzynaBialasiewicz

Der Schicksalsschlag Brustkrebs kann den gesamten Lebensplan durcheinanderbringen. Junge Brustkrebspatientinnen werden dabei oft mit der Krankheit konfrontiert, wenn das Kinderkriegen noch gar kein Thema für sie ist.

«Die Diagnose ist für viele Patientinnen ein Schock. Tumorentfernung und Heilung haben für sie in diesem Moment oberste Priorität. Dennoch, viele dieser Frauen wünschen sich irgendwann einmal Kinder und fragen sich, ob dies mit Krebs überhaupt noch möglich ist»

weiss Dr. Manuela Rabaglio, Onkologin Inselspital und Head Medical Affairs IBCSG.

Diese Frauen haben schwierige Entscheidungen zu treffen, wobei jedoch die notwendigen Entscheidungsgrundlagen fehlen. Viele wissenschaftliche Fragen sind noch offen – zum Beispiel wie lange Patientinnen nach der Diagnose mit dem Schwangerwerden warten sollten. Gerade Frauen, die auf eine endokrine Langzeittherapie angewiesen sind, riskieren ihre Therapie zu beenden, wenn ihre Fruchtbarkeit bereits stark abgenommen hat. Aber auch eine Krebstherapie kann ihre Fruchtbarkeit empfindlich schädigen.

Internationale Studie soll Antworten geben

Die Baby-Time-Studie Positive von der International Breast Cancer Study Group (IBCSG) soll die nötigen Schlüsseldaten liefern, um Patientinnen mit Kinderwunsch und ihre Ärzte bei der Entscheidungsfindung und Therapieplanung zu unterstützen. Die Studie bietet einen weltweit einzigartigen Ansatz in der Betreuung von Patientinnen mit Brustkrebs.

Sie analysiert, ob eine Antihormontherapie – eine der wichtigsten Behandlungen bei Brustkrebs – zugunsten einer Schwangerschaft vorübergehend unterbrochen werden darf, ohne das Risiko eines erneuten Auftretens von Brustkrebs zu erhöhen.

«Studienteilnehmerinnen wird nach 18 bis 30 Monaten endokriner Therapie eine Behandlungsunterbrechung von bis zu zwei Jahren gewährt, um eine Schwangerschaft zu ermöglichen. Danach wird die Behandlung wieder aufgenommen, um die vorgeschriebenen fünf bis zehn Jahre abzuschliessen»

erklärt Monica Ruggeri, Programmkoordinatorin für junge Patientinnen, Internationale Brustkrebs-Studiengruppe (IBCSG).

Weltweite Beteiligung

Während vier Jahren sollen insgesamt 500 Patientinnen vor der Menopause mit hormonsensiblem Brustkrebs in die Baby-Time-Studie Positive aufgenommen werden. An der Studie beteiligen sich aktuell mehr als 170 Forschungszentren aus 20 Ländern von fünf Kontinenten.

Die Zielgruppe der Studie bilden junge Patientinnen mit hormonempfindlichem Brustkrebs im Alter zwischen 18 und 42 Jahren, welche die Antihormontherapie zugunsten einer Schwangerschaft unterbrechen wollen. «Wenn eine Patientin mit endokrin-responsivem Tumor einen Kinderwunsch äussert und den Studienanforderungen entspricht, bespricht der behandelnde Arzt des betreffenden Zentrums mit ihr die Möglichkeit einer Studienteilnahme», so Dr. Rabaglio.

Die ersten Resultate werden Ende 2019 erwartet, abschliessende Ergebnisse in 14 Jahren.

Sensibilisierung nötig

Das IBCSG-Team will einerseits junge Patientinnen mit Kinderwunsch auf die Verfügbarkeit der Studie aufmerksam machen, andererseits das Gesundheitswesen für die Belange dieser spezifischen Patientengruppe sensibilisieren: «Mit dieser Studie hoffen wir, den noch sehr verbreiteten Zweifel gegenüber Schwangerschaft nach Brustkrebs auszuräumen und damit den Widerstand zu brechen, der diesen Lebensplan bei vielen Patientinnen verhindert», betont Ruggeri.

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