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Augen

Grauer und grüner Star

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Mit regelmässigen Augenarztbesuchen zur bestmöglichen Therapie

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Dr. med. Alessandra Sansonetti

Carouge, ist Fachärztin FMH für Ophthalmologie mit Schwerpunkttitel Ophthalmochirurgie und Vorstandsmitglied der Schweizerischen Ophthalmologischen Gesellschaft (SOG)

Als wichtiges Sinnesorgan…

…nehmen unsere Augen Informationen auf und senden sie über den Sehnerv ins Gehirn, wo sie ausgewertet werden. Die Hornhaut und die Linse sorgen dafür, dass das Bild in voller Schärfe auf die Netzhaut projiziert wird. Dort werden die Informationen analysiert und über den Sehnerv ins Gehirn geschickt, wo das Bild verarbeitet wird.

Wenn die Linse eines Auges nicht mehr transparent ist, wird auch das Bild auf der Netzhaut trüb. Man spricht in diesem Fall vom grauen Star respektive einer Katarakt. Diese Trübung verstärkt sich schmerzlos und führt bis zur Erblindung der Patientin, des Patienten. Mit einer Operation kann die Katarakt jedoch behoben werden. Medikamentöse Behandlungen sind noch keine verfügbar.

Obwohl die Operation der Katarakt in der Schweiz jährlich bei vielen Patientinnen und Patienten durchgeführt wird, ist sie eine hochtechnische Angelegenheit, die höchste Präzision erfordert. Die Augenärztin und der Augenarzt ersetzen dabei die trübe Linse durch eine Kunstlinse. Ausführliche Beratungsgespräche sollen gewährleisten, dass genau jene Linse eingesetzt wird, die auf die Bedürfnisse der Patientin, des Patienten zugeschnitten ist.

In manchen Fällen können in einer Katarakt-Operation mit dem Einsatz spezieller Linsen auch Fehlsichtigkeiten wie etwa Kurz-, Weitsichtigkeit, Astigmatismus oder Presbyopie korrigiert werden, sodass Patientinnen und Patienten anschliessend keine Brille mehr benötigen. Leider ist dies nicht immer möglich. Auch wenn der Eingriff heute in der Regel ambulant und in relativ kurzer Zeit durchgeführt wird, ist die Katarakt-Operation wie andere chirurgische Eingriffe mit Risiken verbunden – Komplikationen können also vorkommen.

Verfügt das Auge nur über eine trübe Linse und ist ansonsten gesund, können Patientinnen und Patienten nach der Operation für gewöhnlich wieder gut sehen und die Sehfähigkeit bleibt stabil. Wenn jedoch neben der Linse noch andere Teile des Auges beschädigt sind, bleiben gewisse Sehschwächen auch nach der Katarakt-Operation. Dies ist etwa bei der häufig altersbedingten Makuladegeneration der Fall, bei der die Netzhaut beschädigt ist, oder beim Glaukom.

Das Glaukom, auch grüner Star genannt…

…ist eine langsam verlaufende, schmerzlose aber irreversible Schädigung des Sehnervs, die zur Erblindung führt, weil Informationen von der Netzhaut nicht mehr ins Gehirn gelangen können. Die häufigste Ursache des Glaukoms ist ein zu hoher Augeninnendruck. Am höchsten ist das Risiko, an einem Glaukom zu erkranken, bei Personen über 40, die an Kurzsichtigkeit leiden und bei denen eine familiäre Vorerkrankung besteht.

Das Auge ist ein geschlossenes Organ, das mit einer Flüssigkeit, dem sogenannten Kammerwasser, gefüllt ist. Über einen Abflusskanal, der mit einem Filter versehen ist, kann die Flüssigkeit aus dem Auge abfliessen. Dieser Filter kann jedoch im Falle starker Kurzsichtigkeit zu eng oder aus anderen Ursachen nicht vollständig funktionsfähig sein, sodass das Kammerwasser nicht richtig ablaufen kann und der Druck im Innern des Auges steigt. Dadurch werden die empfindlichen Nervenfasern des Sehnervs, welche die Netzhaut abdecken, geschädigt. 

Der langsame Verlust des Sehvermögens ist anfänglich nur durch Gesichtsfeldausfälle in der Peripherie (Skotome) bemerkbar. Die schmerzlose Verschlechterung des Sehens nimmt jedoch langsam und irreversibel zu. Es ist deshalb wichtig, diese Erkrankung früh zu erkennen und schnell die richtige Behandlung einzuleiten, um die Sehfähigkeit möglichst zu erhalten. Dabei untersucht die Augenärztin, der Augenarzt den Augeninnendruck und dessen Einfluss auf den Sehnerv.

Nur eine Augenärztin oder ein Augenarzt ist aufgrund der langjährigen augenmedizinischen Aus-, Weiter- und Fortbildung in der Lage, ein Glaukom korrekt zu diagnostizieren und die passende Therapie zu verordnen. Dabei wird zunächst mit Augentropfen versucht, den Augeninnendruck zu senken. Falls das nicht ausreicht, wird der Ablauf von Kammerwasser entweder mit Laser und/oder mit einer chirurgischen Massnahme erleichtert.

Die Katarakt (grauer Star) und das Glaukom (grüner Star) sind zwei weltweit häufig auftretende Erkrankungen, die zur Erblindung führen können. Die Katarakt kann heute chirurgisch erfolgreich behandelt werden, das Glaukom hingegen ist für die Betroffenen eine grosse Gefahr, da die Krankheit häufig erst in einem späten Stadium bemerkt wird. Deswegen sind regelmässige Kontrollen bei Augenärztinnen und Augenärzten wichtig, besonders für Personen ab dem 40. Lebensjahr.

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